Archiv für Dezember 2009

„Warum Israel“: Eine notwendige Einleitung.

Liebe LeserInnen,

aus Schleswig- Holstein rufen nur wenige Gruppen zur Teilnahme an der Demonstration und zum Besuch des Films „Warum Israel“ am 13.12.09 im Kino „B-Movie“ auf. Damit exponieren sie sich aus einer Masse von linker „Szene“ und bekennen sich zu einer Praxis der offenen Bekämpfung von Antisemitismus, die Brüche mit der gängigen Praxis der Ignoranz produziert. Diese produzierten Brüche im Weltbild vieler werden dann mit Zuschreibungen und Stigmata gekittet. Eine solche soziale Ausgrenzung macht ernsthafte Diskussion noch viel schwieriger, da sie nicht auf Auseinandersetzung fußt, sondern auf Verteidigung der eigenen Ideologie.
Die bürgerliche Öffentlichkeit und die eher bürgerlichen Antifa-Recherche Seiten haben viel schneller und auch klarer auf die Verhinderung des Films reagiert als die Linke „Szene”. Für die Radikale Linke scheinen diese Vorgänge irgendwie Normalität zu sein, aber auf jeden Fall hinnehmbar. Und auch diese Linke stößt sich nicht daran, wenn Teile von ihr auf den Seiten wie „npd-blog.info“ auftauchen, zwischen den Berichten über die neo-nationalsozialistischen Aktivitäten in der BRD. Wie sonst erklärt sich die AufruferInnenliste zur Demo?
Alleine die Definition des Konfliktes als „Antideutsch vs. Antiimperialistisch“ legitimiert für viele nicht nur, sich rauszuhalten, sondern auch massive Brüche von Normen hinzunehmen, nämlich (physische) Gewalt als Ersatz für politische Außeinandersetzung zu akzeptieren und das nicht zum ersten Mal. Und Gewalt bedeutet, nicht nur in diesem Fall, verschiedenste Formen: fotografieren und filmen von so genannten Antideutschen, schlagen, beleidigen, Menschen an Orten des Alltages bedrohen etc.. Das zu bagatellisieren, als Reflex zu reduzieren, als innerlinken Konflikt zu labeln, macht es möglich, gesellschaftliche Gewalt immer und immer wieder auch in der Radikalen Linken zu reproduzieren. Die Reproduktion und Verteidigung der barbarischen Verhältnisse zeigt sich – in verschiedenen Abstufungen – in Vergewaltigungsdebatten, gewaltsamer Politik gegen Linke, Stigmatisierung usw…..

Es macht links sein zur Unerträglichkeit, weil diese Gewalt noch viel personalisierter und intimer wirkt.
Lpg (A) Löwenzahn

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Aufruf der Gruppe Kritikmaximierung Hamburg
(www.kritikmaximierung.de):
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